gNewSense 1.9 ist raus!

Kurz nachdem Ubuntu Hardy freigegeben wurde, gibt es jetzt auch eine neue Version von gNewSense, Codename deltaH. Ich habe es soeben erfolgreich auf meinen Laptop (HP nc6000) installiert!

Für alle, die gNewSense noch nicht kennen: Die Wikipedia beschreibt diese Distribution folgendermaßen:

gNewSense ist ein Derivat von Ubuntu, in dem keine Binär-Bestandteile mehr vorhanden sind. Das Ziel dieses Derivats ist somit, eine komplett freie Distribution zu schaffen. Die Bestrebungen dieses Projekts haben bei Canonical große Beachtung gefunden. Ab Ubuntu 7.10 (Gutsy Gibbon) gibt es mit Gobuntu eine Version, welche ausschließlich aus quelloffener Software besteht.[3]

Die Unterschiede zu Ubuntu sind im Einzelnen:

  • Kernel ist frei von proprietärer Firmware und proprietären Modulen.
  • Eingeschränkt nutzbare Pakete (Restricted) wurden entfernt.
  • Die Ubuntu-Logos wurden durch eigene ersetzt.
  • Das Universe-Repository (eine Quelle für zusätzliche Software) ist standardmäßig aktiviert.
  • Die Pakete „emacs“ (ein mächtiger Editor), „bsdgames“, „nethack“ (zwei alte Spiele) und „build-essential“ (ein Metapaket, das das Programmieren und Kompilieren von Quelltexten ermöglicht) sind Bestandteil der Standard-Installation.

Diese Unterschiede verringern den Funktionsumfang der Distribution im Vergleich zu Ubuntu. Diese Tatsache spielt auch bei der Wahl des Namens gNewSense eine Rolle: so sind die Begriffe „new sense“, zu deutsch etwa „Neuer Sinn“, und „nuisance“, zu deutsch „Ärgernis“, homophon.

Eine Live-CD sowie ein sogenannter „Distribution Builder“, zum Erstellen einer individuell angepassten Installation/Distribution, sind ebenso verfügbar.

Wie alle Wikipedia-artikel steht der zitierte Text unter der GNU Free Documentation License.

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Nutzloser Raketenschirm

Laut einer Studie, von der unter anderem im Deutschlandfunk berichtet wird, wird der zu installierende Raketenabwehrschirm in Tschechien und Polen weitestgehend nutzlos sein.

Das Radar würde dann nur die äußere Form der Objekte erkennen. Die Situation wäre dann etwa so wie für einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Flughafen, der herausfinden, soll ob jemand etwas in seinem Koffer schmuggelt, ohne aber in den Koffer hineinschauen zu dürfen. Das Radar kann einen Ballon mit Sprengkopf nicht von einem leeren Ballon unterscheiden.

Das System müsste eigentlich mindestens fünf Mal so viele Sender-Empfängermodule haben, um wirksam arbeiten zu können. Hinzu kommt, dass das Radar in Tschechien keineswegs neu angeschafft wird, sondern ein Gerät ist, das seit zehn Jahren für Raketenabwehrtests im Pazifik im Betrieb ist.

Es wird der Physiker George Lewis von der Cornell Universität in Ithaca, New York zitiert:

Insbesondere geht es darum, dieses Projekt zu etablieren, bevor ein neuer US-Präsident kommt. Denn wenn erst einmal Fakten geschaffen sind, wird es für einen neuen Präsidenten sehr schwer zu sagen, nein, wir ziehen uns aus diesem Projekt in Europa zurück.

Wer zahlt das eigentlich? Ich hoffe doch, dass dafür keine EU-Gelder fließen…

Freie Software: München und Auswärtiges Amt kooperieren

Wieder mal eine schöne Nachricht. Die Stadt München und das Auswärtige Amt haben eine enge Zusammenarbeit beim Einsatz Freier Software vereinbart.

Die für das Münchner LiMux-Projekt zuständige Bürgermeisterin Christine Strobl sieht in der engen Zusammenarbeit ?eine großartige Chance?: ?Freie Software und offene Standards vereinfachen es den Verwaltungen, ein enges Netzwerk zu knüpfen und von einander zu profitieren.?

Keine völlig neue Erkenntnis, aber so selten. Sehr löblich 🙂

Noch einmal OOXML, (der Standard?)

Da hat es Microsoft nun geschafft OOXML als ISO-Standard durchzudrücken und die ISO auf Dauer zu lähmen. Das ganze ist jetzt auch schon eine Weile her und ich hatte mich schon fast abgeregt, da stolpere ich auf diesen Pro-Linux Artikel. Ein paar Zitate:

Die von vielen Seiten aufgezeigten Probleme bei der Annahme des OOXML-Standards durch die ISO haben nun dazu geführt, dass die Europäische Kommission eine Untersuchung der Vorgänge begonnen hat. Sie will von allen nationalen Standard-Komitees Auskunft über die Vorgänge erhalten.

Man darf gespannt sein. Wenn jemand Neuigkeiten darüber findet, bitte melden!

Während das ODF-Dokumentenformat bereits bei der Standardisierung von zahlreichen Applikationen unterstützt wurde, wird OOXML nicht einmal vom Hersteller selbst unterstützt.

Es wird berichtet, dass die Ausgabe von Office 2007 auf OOXML-konformität geprüft wurde:

Der ISO7IEC 29500-Beauftragte stellte bei seinen Tests über 122.000 Fehler im Strict-Modus fest. Mit einem Fehlerlog von 17 MB stellt sich deshalb für viele Beobachter die Frage, wie es ein Dateiformat zum Standard schaffen konnte, das nicht einmal durch den Hersteller unterstützt wird, und warum die ISO erst jetzt solche Tests durchgeführt hat.

Was soll man dazu noch sagen? :??:

Brasilien setzt auf Freie Software bei Wahlcomputern

Da man bei Wahlcomputern nicht mal eben die Wahlscheine “nachzählen” kann, bin ich gegen ihre Verwendung. Aber wenn sie schon eingesetzt werden, dann wenigstens so wie es derzeit in Brasilien geplant ist.

Indem die bei TSE entwickelte freie Wahlsoftware auf Linux-Basis öffentlich gemacht wird, will die Behörde sicherstellen, dass keine Manipulation der Wahl möglich wird. Eventuelle Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten sollen so rechtzeitig vor der Wahl gefunden werden. Die Software wird digital signiert, so dass jede Änderung durch Prüfung der Signatur erkennbar wird.

Das ist doch schon mal was.

Wie man mit Angst Politik macht

Der Deutschlandfunk rezensiert das neue Buch von Heribert Prantl.

“In einem maßlosen Staat gibt es vielleicht mehr Sicherheit, aber ganz sicher viel weniger Freiheit. Ein Staat, der ständig sein Recht verkürzt und in dem Grundrechte der Bürger nur noch dem Grunde nach zustehen, ist nicht stark, sondern schwach.”

… ein Staat, der möglichst früh zugreifen will, um die große Gefahr möglichst zu beseitigen. Und er macht das mit Mitteln, die man halt früher nur gegen Verdächtige, gegen konkret Verdächtige, angewendet hat. Und in der Summe ergibt dies ein Bild – jetzt bin ich wieder bei dem Begriff Angst – das mir tatsächlich Angst macht. Aus Angst vor dem Terrorismus greift der Staat zu Mitteln, die einem dann für sich genommen wieder Angst machen.”

Wie der Deutschlandfunk bereits andeutet, werden dieses Buch wohl eher die lesen, die den Thesen ohnehin bereits zustimmen. Ein “neutrales Sachbuch” soll man auch nicht erwarten. Na ja, ich habe noch so viel zu lesen, ich weiß nicht ob es dazu kommen wird, aber vielleicht hat es hier ja schon jemand gelesen oder vor es zu kommentieren?
Hier kann man es bestellen und bewerten.

Landesdatenschützer: Verschwendung durch verfassungswidrige Sicherheitsgesetze

Der Jahresbericht des schleswig-holsteinischen Landesdatenschutzbeauftragten Thilo Weichert steckt voll mit Kritik am Gesetzgeber.

Der Jahresbericht findet sich hier. Auf die Meldung gestoßen bin ich durch Heise.de

Nichts neues ist das hier:

Das höchste deutsche Gericht habe nach dem 11. September 2001 immer wieder feststellen müssen, “dass verabschiedete so genannte Sicherheitsgesetze mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar sind”.

Das sind allerdings schon härtere Worte:

Der Berliner Kurs kommt laut Weichert einer “Ressourcenverschleuderung” gleich. Während beim Datenschutz geknausert werde, würden Steuermittel “ohne erkennbaren Nutzen ausgegeben”. Schlimmer noch sei, dass auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Verfassungstreue von Gesetzgebungsorganen, in die Sicherheitsbehörden und in die Sicherheit der Daten der Bürger gefährdet werde.

Und das hier hat mich wirklich geschockt:

Mit großer Besorgnis sieht der Datenschutzbeauftragte auch “die Leichtigkeit, mit der eine Strafverfolgungsbehörde einen beschlagnahmten Computer an einen Verband der Unterhaltungsindustrie weitergegeben hat mit dem Angebot, eventuell festgestellte Urheberrechtsverletzungen zu ermitteln und zu verfolgen”. Dabei sei dem Interessenverband ohne Bedenken der Zugriff auf sämtliche gespeicherten Daten einschließlich privater Bilder oder E-Mails ermöglicht worden. Der ursprüngliche Straftatverdacht habe sich aber nicht bestätigt. Es gebe Hinweise dafür, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt, sondern systematisch und nicht nur in Schleswig-Holstein eine Kooperation von Strafverfolgern und Unterhaltungsindustrie erfolge.

Das sowas bei uns möglich ist hätte ich nicht gedacht. Vor allem: “Hinweise dafür, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt”

Man man man.