Karl Valentin und seine Erben

Vor einigen Wochen habe ich irgendwo in einer Signatur oder auf einem Profil in einem Social network einen lustigen Spruch gelesen. Ich habe ihn notiert und ĂŒberlegt ihn vielleicht auf ein T-shirt drucken zu lassen.

Einfach den blanken Text ohne Quellenangabe auf ein T-shirt zu drucken fand’ ich unpassend, deshalb habe ich kurz danach gegoogled. Die sonst eher nervige “Meinten-Sie-vielleicht-Funktion” stieß auch tatsĂ€chlich auf einen “Ă€hnlichen” Satz von Karl Valentin in einer Zitatesammlung. Seriöse Quellenangaben waren dort auch nicht zu finden, aber ich konnte ja bei wikiquote nach dem vermeintlichen Autor suchen – und fand eine fast leere Seite.

Die Diskussionsseite öffnete mir dann die Augen. Offensichtlich werden sogar Zitate vom Rechteverwalter der Erben abgemahnt. Mir war neu, dass das ĂŒberhaupt geht. BĂŒcher, TheaterstĂŒcke, Filme, Bild- und Tondokumente zu schĂŒtzen leuchtet mir ja ein, aber Zitate?

Da Ă€rgere ich mich nicht nur wieder ĂŒber die Dauer des Urheberrechtes, wie schon Thomas Macaulay im Jahre 1841 (lesenswerte Parlamentsreden, die aktueller nicht sein könnten), sondern auch ĂŒber die Auslegung.

Bleibt nur zu hoffen, dass das europÀische Urheberrecht nicht wie in den USA stÀndig verlÀngert wird.

Ein Hoch auf die GFDL und Creative Commons!

Viel Wind um ein Schweinekind

Jetzt noch schnell ein Beitrag, der nichts mit Freier Software zu tun hat:
Das Bundesfamilienministerium möchte das Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” verbieten lassen, da es die “3 Weltreligionen (…) verĂ€chtlich” mache.
Die Macher des Buches sind empört, wĂ€hrend die TAZ VerstĂ€ndnis fĂŒr den Antrag zeigt.

Ich halte es eher mit dem zitierten Rabbiner, der nicht an Indizierung glaubt und wĂŒrde es generell begrĂŒĂŸen, wenn Meinungsfreiheit bei uns Ă€hnlich ausgelegt wĂŒrde, wie in den USA.

Letztlich sind solche Verbote nur kostenlose Werbekampagnen.